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Forschung

Überblick zur Forschung am Seminar für Griechische und Lateinische Philologie im Jahr 2025

Die Gründung des «Instituts für Archäologie, Klassische Philologie und Altertumswissenschaften» (IAKA) per 1.1.2026 wurde intensiv vorbereitet. Im Bereich der Forschung wurden beispielsweise Leitungen und Co-Leitungen für die vier Forschungsfelder des IAKA (Ecologies in Past Cultures; Producing and Framing Realities by Words and Images; Agency: Creation, Creativity and Community; Cultural Heritage and Reception Studies) bestimmt. Im Jahr 2026 wird das Forschungsfeld «Agency: Creation, Creativity and Community» im Fokus stehen; dazu wurden erste Veranstaltungen geplant. Die Rekrutierung eines neuen IAKA-Oberassistenten mit einem Schwerpunkt in digitalen Methoden wurde vorbereitet.
 
Die Gräzistik-Professur (Nachfolge Riedweg) war seit Februar 2023 vakant, die Latinistik-Professur (Nachfolge Eigler) seit August 2024. Beide Professuren konnten wiederbesetzt werden: Per 1. April begann Markus Hafner als Professor für Classics / Griechische Philologie, per 1. Mai Anke Walter als Professorin für Classics / Lateinische Philologie, womit der Frauenanteil bei den Professuren stieg. Die Lehre wurde im FS 2025 von jungen Forschenden vertreten. Da der Altersrücktritt von Prof. Cardelle Ende Januar 2029 zu erwarten ist, wurde mit der Nachfolgeplanung begonnen. Aufgrund der Transform-Mittel kann im direkten Anschluss eine Assistenzprofessur eingerichtet werden. Ein Schwerpunkt ist im Bereich der digitalen Philologie vorgesehen.
 
Aufgrund der Vakanzen anfangs Jahr konnten in der Klassischen Philologie weniger Veranstaltungen durchgeführt werden. Trotzdem galt der Forschung erneut besondere Aufmerksamkeit. PD Dr. Islème Sassi führte vom 12.–13.9. die internationale Tagung «Human-Animal-Studies in Classics: Emotions» durch. Prof. Dr. Anke Walter organisierte am 3.11. einen Workshop zu «Inspirierende Insekten: Fliegen, Mücken und Bremsen in der Literatur» mit zwei Zürcher Germanisten und einem Gast aus Newcastle.
 
Der 15. Orelli-Tag wurde am 1.2. zu «Latein in der Rechtssprache» und in Kooperation mit Prof. Dr. Ulrike Babusiaux von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät veranstaltet. Neben einem Gastvortrag standen eine Podiumsdiskussion und die Vergabe der ZAZH-Preise 2024 an junge Forschende auf dem Programm. Am 14.3. wurde in der Aula eine Gedenkveranstaltung für Prof. Dr. Walter Burkert (1931–2015) durchgeführt, bei dem auch die von Prof. Christoph Riedweg herausgegebenen Kleinen Schriften Burkerts präsentiert wurden. Das hybrid durchgeführte Forschungskolloquium unseres Seminars wurde durch Treffen mit den Universitäten Basel, Bern und Freiburg Brsg. bereichert. Die Seminarangehörigen hielten mehrere Vorträge, u.a. in Bonn (Prof. Hafner), Malta (Prof. Walter) und Florenz (Prof. Cardelle).
 
Die Forschungsprojekte wurden vorangetrieben: Prof. Hafners ERC Starting Grant (SNSF-funded) zu «Kooperation und Pseudepigraphie. Zum Umgang mit Anonymität in der Griechischen Literatur der Kaiserzeit (COLLAPSE)» konnte im Juli an der UZH beginnen (Förderdauer 2025–2029, Fördersumme: 1’337’536 CHF). Prof. Walter arbeitete insbesondere an ihrer Übersetzung von Statius’ Thebais, einem Edited Volume «Ἀρχή and origo: The Power of Origins», einem Tagungsband zu Statius als Autor eines Gesamtwerks sowie einem Forschungsprojekt zu Schmerz und Verwundung im flavischen Epos. Prof. Cardelle setzte die Arbeit am Projekt «The Ancient World Seen from Medieval Glosses», das durch den SNF gefördert wird, fort.
 
An unserem Seminar wird an mehreren Dissertationen und Habilitationen gearbeitet. Die Assistenzstellen waren ein wichtiges Mittel der Förderung. Diese Doktorierenden wurden nach Möglichkeit von administrativen Aufgaben entlastet und beim Schreiben von Stipendienanträgen unterstützt, um der Forschung noch mehr Zeit widmen zu können. Über persönliche Drittmittel-Förderung finanziert waren zwei Mittellatein-Doktorierende mit Doc.ch des SNF. Zu Gast waren an unserem Seminar ein deutscher DFG-Postdoc-Stipendiat, ein Gastdoktorand aus Harvard, eine Gastdoktorandin aus St. Petersburg und ein italienischer Postdoc (alle im Bereich des Mittellateins).
 
Dazu kamen eine Postdoktorandin und zwei Doktorierende im SNF-Projekt von Prof. Cardelle «The Ancient World Seen from Medieval Glosses» (mit einer Fördersumme von fast 1 Million CHF) und ein Mittellatein-Doktorand im Horizon-MSCA Doctoral Network «Re-mediating the Early Book: Pasts and Futures», das Prof. Cardelle zusammen mit Prof. Trachsler und fünf anderen Universitäten aufgebaut hatte (Gesamtsumme: über 2.4 Millionen Euro). Ab Juli begannen zudem zwei Doktorierende im oben genannten COLLAPSE-Projekt von Prof. Hafner. Per 1.1.26 konnte er hierfür auch zwei Postdocs rekrutieren.
 
PD Dr. Islème Sassi, Privatdozentin für lateinische Literatur an unserem Seminar und Dozentin für Fachdidaktik Latein am Institut für Erziehungswissenschaft, hat den Ruf auf die W2-Professur für Fachdidaktik der Alten Sprachen an die Universität Kiel erhalten und angenommen.
 
Mit Zusammenlegung der Klassisch-Philologischen und der Mittellateinischen Bibliothek ist unsere Villa Tanneck 2016 zu einem Forschungs-, Lehr- und Lernzentrum geworden, das Anziehungskraft weit über die Schweiz hinaus besitzt. Die seit 2022 bestehende Forschungsbibliothek UB Gräzistik & Latinistik bot unseren Studierenden, Forschenden und Lehrenden die gewohnten vorzüglichen Arbeitsbedingungen.

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