Forschung
Überblick zur Forschung am Seminar für Griechische und Lateinische Philologie im Jahr 2024
Erneut galt der Forschung besondere Aufmerksamkeit. Prof. Cardelle führte vom 11.–13.9. die internationale Tagung «Researching Medieval Latin Glosses: Opportunities and Challenges» durch. Prof. Eigler organisierte in Zürich mit Prof. Gernot M. Müller (Bonn) vom 20.–22.9. die Tagung «Addita: Ergänzungen und Perspektiven zum HLL Bd. 8», in deren Rahmen Prof. Eigler auch seine Abschiedsvorlesung in der sehr gut besuchten Aula hielt. Prof. Eigler organisierte zudem mit Raphael Schwitter und Darja Šterbenc Erker die Tagung «Normativer Diskurs in Suetons Kaiserbiographien und in der Historia Augusta» vom 15.–16.11. in Berlin, die vom UZH Global Strategy and Partnerships Funding Scheme 2023 mitfinanziert wurde.
Der 14. Orelli-Tag wurde am 27.1. zu «Antike Mythen auf Schweizer Bühnen» durchgeführt. Das zahlreiche Publikum in der Aula hörte unter anderem ein Referat des Musikwissenschaftlers Prof. em. Dr. Hans-Joachim Hinrichsen. Das mittlerweile hybrid durchgeführte Forschungskolloquium unseres Seminars wurde durch Treffen mit den Universitäten Basel, Bern und Freiburg Brsg. bereichert. Die Seminarangehörigen hielten mehrere Vorträge, u.a. in Berlin (Prof. Eigler), Oxford (Prof. Cardelle) und Mailand (Prof. Riedweg).
Die Forschungsprojekte wurden vorangetrieben: Prof. Cardelles Arbeit an einer Monographie über Petrus Alfonsi und Beiträge zur mittelalterlichen Poetik und Rhetorik; Prof. Eiglers Forschungsprojekt «Handbuch der lateinischen Literatur der Antike, Band 8 (568–735 n. Chr.)» mit Prof. Gernot Müller (Bonn); zu Prof. Riedwegs Projekt über Demokratie und Populismus erschienen Tagungsakten, von Walter Burkerts Kleinen Schriften erschien Band IX.
An unserem Seminar wird an mehreren Dissertationen gearbeitet. 2024 wurde je ein Doktorat in Latein und in Mittellatein abgeschlossen. Die Assistenzstellen waren ein wichtiges Mittel der Förderung. Diese Doktorierenden wurden nach Möglichkeit von administrativen Aufgaben entlastet und beim Schreiben von Stipendienanträgen unterstützt, um der Forschung noch mehr Zeit widmen zu können.
Über persönliche Drittmittel-Förderung finanziert waren eine Postdoktorandin mit Ambizione des SNF (Mittellatein), eine Griechisch-Doktorandin mit UZH Doc.Mobility, ein Latein-Doktorand mit einem UZH Candoc Grant und drei Mittellatein-Doktorierende mit Doc.ch des SNF bzw. UZH Candoc Grant. Zu Gast waren an unserem Seminar zwei deutsche DFG-Stipendiaten (Postdoc Latein und Mittellatein), ein Gastdoktorand aus Harvard, eine Gastdoktorandin aus St. Petersburg sowie ein Gastforscher aus Cambridge.
Dazu kamen eine Postdoktorandin und zwei Doktorierende im SNF-Projekt von Prof. Cardelle: «The Ancient World Seen from Medieval Glosses» (mit einer Fördersumme von fast 1 Million CHF). Ausserdem arbeitete ein Mittellatein-Doktorand im Horizon-MSCA Doctoral Network «Re-mediating the Early Book: Pasts and Futures», das zusammen mit Prof. Trachsler und fünf anderen Universitäten aufgebaut wurde (Gesamtsumme: über 2.4 Millionen Euro).
Mit Zusammenlegung der Klassisch-Philologischen und der Mittellateinischen Bibliothek ist unsere Villa Tanneck 2016 zu einem Forschungs-, Lehr- und Lernzentrum geworden, das Anziehungskraft weit über die Schweiz hinaus besitzt. Die seit 2022 bestehende Forschungsbibliothek UB Gräzistik & Latinistik bot unseren Studierenden, Forschenden und Lehrenden die gewohnten vorzüglichen Arbeitsbedingungen.