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Laufende Projekte (Auswahl)

Kooperation und Pseudepigraphie. Zum Umgang mit Anonymität in der Griechischen Literatur der Kaiserzeit (COLLAPSE)

In der Klassischen Philologie und insbesondere der Gräzistik werden pseudepigraphische und anonyme Texte immer noch tabuisiert. Ganz im Gegensatz zur Antike. Lange Zeit vor der Einführung des Urheberrechts galten herrenlose Texte vielmehr als Allgemeingut all derer, die sich auf sie beriefen. Und doch bleiben autorlose und pseudepigraphe Texte eine Herausforderung für die griechische Literaturgeschichte, da sie sich deren autorenbasiertem Ordnungsprinzip widersetzen. Infolgedessen werden sie weiterhin marginalisiert. COLLAPSE will dieses Problem lösen, indem das Projekt eine neue methodische Grundlage für die Neuverortung von autorlosen Texten der griechischen Literatur schafft. Insbesondere die Literatur der Kaiserzeit dient hierfür als fruchtbarer Boden, um die (an)onymisierte Textproduktion grundsätzlich neu zu fassen.

Projektzeitraum 1.7.2025 bis 30.4.2029

Fördergeber
Förderprogramm

SBFI/ERC
ERC Starting Grant
Bewilligungssumme 1’337’536 CHF
Projektverantwortung Prof. Dr. Markus Hafner

Projektmitarbeiter:innen

Das Team rund um Collapse
Projekthomepage Kooperation und Pseudepigraphie. Zum Umgang mit Anonymität in der Griechischen Literatur der Kaiserzeit

Verantwortlicher UZH: Prof. Dr. Markus Hafner

Übersetzung von Statius’ Thebais

Übersetzung von Statius’ Thebais mit Einleitung und erklärender Kommentierung für de Gruyters Tusculum-Reihe.

Verantwortliche UZH: Prof. Dr. Anke Walter

Edited volume Ἀρχή and origo: The Power of Origins

Co-edited with Athanassios Vergados (Newcastle); forthcoming with Brepols

This interdisciplinary volume sheds light on the fascination with origins from different perspectives. The international team of contributors investigate how the power of origins is employed in historiography, in ancient literature, in religious contexts, in philosophy, and in political debate. What is it that makes origins such a fascinating form of discourse? The contributions explore, from very different angles, how aetiology works as a creative process that collapses temporal categories (present/past) and forges the past in order to legitimise the present, ultimately establishing cultural identity. Other topics include the interaction of time and space in the discourse of origins and the different ways in which aetia can bolster or undermine political power, of an elite or of the people. Origins, it is shown, are a multi-faceted and fluid form of discourse: inherent in them is the possibility of constantly re-reading and re-shaping the past, and thus they are also a site of competition and correction. Attention is also paid to the functioning of origins in different media, both literary and iconographical. It becomes clear that the appeal to origins is a highly versatile mode of discourse that can express a wide range of meanings.

Verantwortliche UZH: Prof. Dr. Anke Walter

Brill’s Companion to the Reception of Pythagoras and Pythagoreanism, 1: Antiquity

In diesem mit Constantin Macris (CNRS, Paris), Irini-Fotini Viltanioti (University of Crete) und Johan Thom (Stellenbosch University) zusammen geplanten Band soll die sehr reichhaltige Nachwirkung des Pythagoras von der hellenistischen Zeit bis in die Spätantike hinein verfolgt und unter Mitarbeit zahlreicher Spezialistinnen und Spezialisten aus aller Welt umfassend vorgestellt werden.

Verantwortlicher UZH: Prof. Dr. Christoph Riedweg

Handbuch der lateinischen Literatur der Antike: Band 8: 568–735 n. Chr.

Mit der Erarbeitung des letzten Bandes der Reihe Handbuch der lateinischen Literatur der Antike (HLL) wird ein aussergewöhnlicher Zeitraum und eine ebensolche Textkultur in den Blick genommen: Die Periode vom 6. bis zum frühen 8. Jahrhundert präsentiert sich in den Regionen des ehemaligen weströmischen Reichs als Phase des Umbruchs. So ist sie geprägt von der anhaltenden, aber unterschiedlich intensiven Wirkung antiker Hinterlassenschaften, die auf eine ehemals globale Kultur verweisen. Auch schreitet die bereits in der Spätantike einsetzende Regionalisierung und Dezentralisierung fort. So ergibt sich ein Spannungsfeld, welches die Koordinaten einer Schrift- bzw. Buchkultur markiert, die sich entgegen älterer Forschungsmeinungen zu den sogenannten „Dark Ages“ als lebendig und experimentell erweist. Essentiell für die karolingische reécriture und damit für das europäischen Mittelalter, aber von eigener Dynamik und Produktivität geprägt, dehnt sich die lateinische Textkultur zudem in neue Regionen aus. 

In gemeinsamer Herausgeberschaft mit Prof. Dr. Gernot M. Müller (Univ. Bonn) soll eine zeitgemässe Gesamtwürdigung der lateinischen Textproduktion des 6. bis 8. Jahrhunderts erfolgen. Mit Beiträgen aus klassisch-philologischer, mittellateinischer, historischer, rechtsgeschichtlicher und theologischer Perspektive setzt das Projekt bei den Handschriften mit ihren spezifischen Inhalten, Entstehungsbedingungen und Wanderungsbewegungen an. Schliesslich ist es eine Besonderheit der Epoche, dass erstmals in grösserem Masse eine zu den Texten zeitnahe Überlieferung vorliegt. So wird es möglich, mit Blick auf Kommunikationsprozesse mit ihren Zentren und Routen die Vermessung eines wesentlich durch Texte konstituierten Zeit- und Kulturraumes vorzunehmen. 

Verantwortlicher UZH: Prof. Dr. Ulrich Eigler

Scriptura Helvetica – Mittelalterliche Schriften und Handschriften in Schweizer Bibliotheken. Paläographischer Lehrgang und kulturgeschichtliche Analyse.

Handschriften bilden die Grundlage der Überlieferung der vormodernen Literatur. Für ihre Lektüre bildet das Latein im Westen die sprachliche Voraussetzung. Daneben aber verlangen sie die Beherrschung einer äusserst komplexen Schrifttradition, die durch die Paläographie vermittelt wird, welche für alle mediävistischen Disziplinen relevant ist.
Das Projekt verfolgt das Ziel, sowohl eine paläographischen Einführung als auch Studien zur kulturgeschichtlichen Bedeutung von Schrift und Handschriften zusammenzuführen.
Die Absicht des Projekts ist zunächst, anhand der im Bereich der Schweiz befindlichen Handschriften antiker Autoren (Vergil, Ovid, Cicero usw.) aus unterschiedlichen Epochen die Vielfalt der lateinischen Schriftarten im Mittelalter vorzustellen und ihre Beherrschung zu vermitteln. Eine weitere Eingrenzung ergibt sich aus der Beschränkung auf das Gebiet der heutigen Schweiz. Damit wird ein Rahmen umrissen, der die bildungsgeschichtlich interessante Frage nach einer besonderen Rezeptionssituation aufwirft. Handschriften spielen als repräsentative Objekte und Zankäpfel eine wichtige Rolle in innerschweizerischen Auseinandersetzungen und sind auch heute noch bibliothekspolitische Themen, man denke nur an die im Toggenburgerkrieg (1712) von St.Gallen nach Zürich verbrachten Bestände. Insofern richten wir auch unseren Blick auf einen besonderen Aspekt der Schweizergeschichte.
In Anbetracht des Iconic Turn eröffnet eine derartige diachron und synchron angelegte Betrachtung einer „Handschriftenlandschaft“ auch interessante ästhetische Einblicke. Immer mehr tritt nämlich die Materialität der Überlieferung und die Bildsemantik von Schrift in den Vordergrund der Forschung. Herrschaftspolitische und sozialgeschichtliche Aspekte werden durch die Untersuchung von Schrift als Bildbotschaft evident.

Verantwortliche UZH: Prof. Dr. Ulrich Eigler, Dr. Raphael Schwitter

Aspects de la polémique philosophique contre les chrétiens dans les quatre premiers siècles

Ausarbeitung einer Vortragsreihe an der EPHE, Section des Sciences religieuses, in deren Zentrum die Auseinandersetzungen der platonischen Polemiker gegen das Christentum mit dem Logos des Johannesprolog steht (vgl. https://journals.openedition.org/asr/1442).

Verantwortlicher UZH: Prof. Dr. Christoph Riedweg