Agency: Creation, Creativity, and Community
Die menschliche Kreativität und Kommunikationsfähigkeit kommen in einzigartiger Weise in der Herstellung von Artefakten und Texten zum Ausdruck. Sie zeigen die Fähigkeit des Menschen, Ideen zu materialisieren, Herausforderungen zu erkennen und innovative Lösungen zu entwickeln. Solche kreativen Prozesse sind tief in ein komplexes Geflecht sozialer, materieller und gedanklicher Interaktionen eingebettet. Arbeit ist demnach als multidimensionales Phänomen zu untersuchen, das die einzelne Person, ihre Leistung sowie den Machensprozess in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Der Forschungsschwerpunkt untersucht unter anderem, wie sich die Perspektiven verändern, wenn wir statt der Vorstellung eines einzelnen „kreativen Genies“ die Bedeutung von Netzwerken und Gemeinschaften in Schaffensprozessen in den Vordergrund stellen. Inwiefern lassen sich kollaborative Entwicklungsprozesse sozialer Kollektive – etwa philosophischer Schulen, Klöster oder Werkstätten – als zentrale Orte der Produktion, Innovation und Bewahrung von Wissen verstehen? Welche Rolle spielen solche Netzwerke für die Weitergabe und Transformation von Wissen über längere Zeiträume hinweg? Bei der Untersuchung solcher Gemeinschaften wird zudem der Handlungsspielraum des Individuums in Beziehung zu seinem sozialen und materiellen Umfeld verstärkt berücksichtigt.
Auch Texte, Bilder und Artefakte können in diesem Geflecht eine eigene Handlungsmacht besitzen, da sie ihrerseits Beziehungen unabhängig von den möglichen Absichten ihrer Urheber prägen können. Die Hervorhebung der Handlungsmacht nichtmenschlicher Entitäten in sozialen Netzwerken verhandelt traditionelle Fragen nach den Wechselbeziehungen zwischen Menschen sowie der materiellen Welt neu.
Veranstaltungshinweis: Schlusspodium der ZAZH-Ringvorlesung im FS2026 "Homo Faber – Antike Arbeitswelten zwischen Abhängigkeit und Freiheit"
Zum Abschluss der Ringvorlesung "Homo Faber – Antike Arbeitswelten zwischen Abhängigkeit und Freiheit" laden wir zur Podiumsdiskussion "Arbeit in der Zukunft – Menschen, Meetings Maschinen" mit Prof. Dr. Gudela Grote (ETH) und Dr. Gerlind Wisskirchen am 19. Mai in der Aula. Anschliessend lassen wir das Frühlingssemester bei einem Apéro riche im Lichthof ausklingen.
Dienstag, 19.05.2026, 18:15 bis 19:45 Uhr, KOL-G-201 (Aula)