Agency: Creation, Creativity, and Community
Die menschliche Kreativität und Kommunikationsfähigkeit kommen in einzigartiger Weise in der Herstellung von Artefakten und Texten zum Ausdruck. Sie zeigen die Fähigkeit des Menschen, Ideen zu materialisieren, Herausforderungen zu erkennen und innovative Lösungen zu entwickeln. Solche kreativen Prozesse sind tief in ein komplexes Geflecht sozialer, materieller und gedanklicher Interaktionen eingebettet. Arbeit ist demnach als multidimensionales Phänomen zu untersuchen, das die einzelne Person, ihre Leistung sowie den Machensprozess in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Der Forschungsschwerpunkt untersucht unter anderem, wie sich die Perspektiven verändern, wenn wir statt der Vorstellung eines einzelnen „kreativen Genies“ die Bedeutung von Netzwerken und Gemeinschaften in Schaffensprozessen in den Vordergrund stellen. Inwiefern lassen sich kollaborative Entwicklungsprozesse sozialer Kollektive – etwa philosophischer Schulen, Klöster oder Werkstätten – als zentrale Orte der Produktion, Innovation und Bewahrung von Wissen verstehen? Welche Rolle spielen solche Netzwerke für die Weitergabe und Transformation von Wissen über längere Zeiträume hinweg? Bei der Untersuchung solcher Gemeinschaften wird zudem der Handlungsspielraum des Individuums in Beziehung zu seinem sozialen und materiellen Umfeld verstärkt berücksichtigt.
Auch Texte, Bilder und Artefakte können in diesem Geflecht eine eigene Handlungsmacht besitzen, da sie ihrerseits Beziehungen unabhängig von den möglichen Absichten ihrer Urheber prägen können. Die Hervorhebung der Handlungsmacht nichtmenschlicher Entitäten in sozialen Netzwerken verhandelt traditionelle Fragen nach den Wechselbeziehungen zwischen Menschen sowie der materiellen Welt neu.
IAKA Fellowships
Das IAKA Fellowship 2026 geht an Sydnie Chavez, die bis Dezember 2026 im Forschungsschwerpunkt „Agency: Creation, Creativity, and Community“ arbeiten wird.
Sydnie Chavez’ Forschung widmet sich Textilien und der Sprache der Textilien in Homers Ilias und Odyssee. Auf Grundlage von Erkenntnissen aus der materiellen Kultur, der Ikonografie und der experimentellen Archäologie untersucht sie die Darstellung von Textilien in den homerischen Texten aus der Perspektive ihrer konkreten Herstellungspraxis. Im Fokus stehen dabei die Techniken, die verwendeten Materialien, die handwerkliche Arbeit, der Zeitaufwand sowie das für ihre Herstellung notwendige Wissen.
Veranstaltungshinweis: Internationale Konferenz "Making Matters. Processes and Meaning of Crafting in Graeco-Roman Antiquity" am 14.-15. September 2026
Zu Beginn des Herbstsemesters findet die von Prof. Dr. Corinna Reinhardt und Sophie Preiswerk organisierte Konferenz Making Matters. Processes and Meaning of Crafting in Graeco-Roman Antiquity statt. Das Programm und Informationen zur Teilnahme finden Sie auf der Konferenzhomepage.
Montag & Dienstag, 14.-15.09.2026, ganztägig, Auditorium / Aula, RAA-G-01, Rämistrasse 59, 8001 Zurich